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Die Sprache der Sozialstrukturanalyse: Über die Benennung sozialer Ungleichheiten

  • Eva Barlösius

Publikation: Beitrag in Buch/Bericht/Sammelwerk/KonferenzbandBeitrag in Buch/SammelwerkForschungPeer-Review

Abstract

Viele bekannte und einflussreiche Theorien und Konzepte sozialer Ungleichheit rekurrieren auf drei Differenzbestimmungen: Oben/Unten, womit die Hierarchisierung sozialstruktureller Positionen erfasst werden kann, Innen/Außen, wodurch soziale Zugehörigkeit und Integrationsprozesse in den Blick geraten, und Früher/Später, um die Zeitlichkeit sozialstruktureller Phänomene beobachten zu können. Wandeln sich die Wahrnehmungen sozialer Ungleichheit, geht dies häufig mit Verschiebungen zwischen diesen drei Differenzbestimmungen einher. Die Folge ist: Ungleichheitsphänomene werden anders als zuvor betrachtet. In den letzten Jahrzehnten zeigt sich immer mehr, dass nicht alle Erfahrungen sozialer Benachteiligung und Diskriminierung mit den drei Differenzbestimmungen angemessen repräsentiert werden können. Dies gilt insbesondere für solche Differenzerfahrungen, die für sich anerkennende Beschreibungen von Differenz reklamieren. Die Ungleichheitssoziologie sollte deshalb Konzepte und Begriffe entwickeln, die die vielfältigen und diversen Lebensverhältnisse so erfassen, dass sich die von ihnen beschriebenen Individuen und sozialen Gruppen in ihrer Eigenart anerkannt sehen. Gleichermaßen sollten sie sich eignen, die sozialstrukturellen Positionierungen und Platzierungen dieser Individuen und sozialen Gruppen angemessen darzustellen.
OriginalspracheDeutsch
Titel des SammelwerksHandbuch Sozialstrukturanalyse
Seitenumfang21
ISBN (elektronisch)978-3-658-39759-3
DOIs
PublikationsstatusVeröffentlicht - 4 März 2024

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